Die traditionelle Verwendung der Steppenraute ist das Räuchern mit den
Samen. Der aufsteigende Rauch soll eine starke aphrodisierende und leicht
halluzinogene Wirkung haben. In Marokko ist es üblich, zum Anfeuern der
Hochzeitsnacht ein Räucherwerk aus Steppenrautensamen, Olibanum und Alaun
abzubrennen. Die Samen werden auch geröstet, zu einem feinen Pulver
zermahlen und mit Tabak oder Hanf geraucht, was die Wirkung verstärken soll.
Die Steppenraute enthält unter anderem die Stoffe Harmalin und Harmin, die
für ihre antidepressive und stimmungsaufhellende Wirkung bekannt sind.
Die Samen sind frei verkäuflich und im ethnobotanischen Fachhandel
erhältlich.
Die Steppenraute ist eines der ältesten Halluzinogene, aber auch
traditionelles Heilmittel der Menschheit; sie kommt vor allem in Wüsten,
Halbwüsten und Steppen von Westasien bis Nordindien vor, gelegentlich aber
auch im Mittelmeerraum.
In der Volksmedizin wird die Steppenraute bei Harnwegs- und Magenproblemen,
bei Menstruationsleiden, Nervenleiden und zur sexuellen Stimulation
eingesetzt.
Da der Wirkstoff Harmalin ein sogenannter MAO-Hemmer ist, sollte sich der
Konsument über die Wirkung dieser Hemmer sehr genau informieren, da unter
deren Einfluss so alltägliche Dinge wie Käse, Wein, Koffein oder Bananen
unter Umständen zu tödlichen Vergiftungen führen können.