Autogenes Training ist eine
Selbstentspannungsmethode. Hierbei spielen die Autosuggestion und das
regelmäßige Üben eine wichtige Rolle. Es ist eine weit verbreitete und
anerkannte Methode, um Stress und psychosomatische Störungen zu behandeln.
Auf diese Weise kann man gesundheitlichen Störungen
vorbeugen, insbesondere solchen, die aus Stresssituationen und anhaltenden
Spannungszuständen entstehen.
Der Übende nimmt zu Beginn des Trainings eine für
ihn bequeme Haltung ein. Anfänger tun sich häufig leichter, im Liegen zu
trainieren, prinzipiell kann aber in jeder Haltung trainiert werden, in der
die Muskeln vollkommen entspannt werden können.
Die Übungen bestehen aus kurzen formelhaften
Vorstellungen, die sich der Übende
konzentriert mehrere Male im Geiste vorsagt. Dabei versucht er, sich diese
Vorstellungen möglichst intensiv vor Augen zu führen.
Der Ruhezustand des Körpers ist durch bestimmte
Empfindungen gekennzeichnet. So führt etwa die Entspannung der Muskeln in
den Gliedmaßen zu einem Schweregefühl, gute Durchblutung zu einem Gefühl der
Wärme. Durch konzentriertes Vorstellen des Effektes kann aber umgekehrt die
"Ursache" herbeigeführt werden; durch die Vorstellung warmer Arme also deren
Durchblutung gesteigert und in weiterer Folge eine körperliche Entspannung
erreicht werden.
Mit zunehmendem Training verstärkt sich die Wirkung
der Übungen. Der erfahrene Anwender kann daher in kurzer Zeit eine tiefe
Entspannung bei vollem Bewusstsein hervorrufen. Die Formeln werden dabei
nach persönlichem Geschmack angepasst und erweitert. Insbesondere ist es mit
Hilfe der formelhaften Vorsatzbildung möglich, Aufträge an sich selbst im
Unbewussten zu verankern, die nach Abschluss der Übung nachwirken (z. B.
"Bei Stress bleibe ich ruhig und gelassen").
Das autogene Training wird aus verschiedensten
Gründen angewendet. Als Entspannungstechnik kann es beispielsweise bei
Nervosität, Schlafstörungen usw
eingesetzt werden.
Es kann weiter dazu dienen,
psychosomatische Beschwerden wie
Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen oder Bluthochdruck zu bekämpfen. Dabei
sollte aber vorher von einem Arzt festgestellt werden, dass keine
schwerwiegenden physischen Ursachen für die jeweiligen Beschwerden
vorliegen.
Da man in dem durch das autogene Training
hervorgerufenen Entspannungszustand besonders empfänglich für
suggestive Selbstbeeinflussung ist, kann es
durch geeignete Vorstellungen (formelhafte Vorsatzbildungen) eingesetzt
werden, um sich das Rauchen, Trinken und ähnliche Süchte
abzugewöhnen. Es kann ebenso einem sichereren Auftreten in der
Öffentlichkeit oder im persönlichen Umfeld dienen. Ebenso kann die eigene
körperliche und geistige Leistungsfähigkeit gesteigert werden.
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