Bei
Beschaffungsproblemen heißen die Zauberwörter "Ethnobotanischer
Fachhandel", "Online Apotheke" oder "Kräutershop", die man in eine Suchmaschine eingibt.
Die
im Blutweiderich enthaltenen Tannine binden verschiedene Gifte im Dickdarm.
Das wichtigste Einsatzgebiet ist die symptomatische Behandlung von leichtem
Durchfall, vor allem bei Kindern.
Eine weitere Eigenschaft der Tannine ist eine antivirale Wirkung, durch die
sich der Blutweiderich zur Behandlung von viral verursachter Darmgrippe
eignet.
Die Darreichung erfolgt als Tee (10 Gramm der getrockneten Pflanze mit 1
Liter Wasser kochen, 2-3 Tassen pro Tag) oder als Extrakt in
Fertigpräparaten.
Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
Blutweiderich enthält das Glykosid Salicarin, Pektine, Harze, ätherisches
Öl, reichlich Gerbstoffe und das Flavon Vitexin.
In Notzeiten aß man früher die jungen Sprosse, Laubblätter und die innen
weiße Grundachse als Gemüse. Aufgrund seines hohen Gerbstoffgehalts zwischen
9% (Wurzel) und 14% (Blüten) gerbte man schon im 16. Jahrhundert auch Leder
mit Blutweiderichsaft. Außerdem wurden damit Holz und Seile imprägniert, um
schnelle Fäulnis im Wasser zu verhindern.
Der Blutweiderich wächst häufig und verbreitet in Röhrichten und Sümpfen, an
Ufern von Seen und Weihern, Flüssen, Bächen und Kanälen sowie in Gräben. Er
bevorzugt die tieferen Lagen und ist wärmeliebend, kommt aber auch noch in
mittleren Gebirgslagen vor.