Bei
Beschaffungsproblemen heißen die Zauberwörter "Ethnobotanischer
Fachhandel", "Online Apotheke" oder "Kräutershop", die man in eine Suchmaschine eingibt.
Der
Boldo ist ein aus Chile stammender Baum, der inzwischen auch in Italien und
Nordafrika wächst. Verwendung finden die Blätter, die zur symptomatischen
Behandlung von Verdauungsbeschwerden, die auf verminderte Gallenbildung
zurückzuführen sind, eingesetzt werden. Auch bei leichten krampfartigen
Magen-Darm-Beschwerden wird Boldo eingesetzt.
Die Pflanze wirkt krampflösend und regt die Gallenabsonderung in den
Leberzellen an. Boldo-Blätter können auch als Gewürz oder Tee gebraucht
werden.
Der in der Pflanze enthaltene Wirkstoff Askaridol hat nervenschädigende
Auswirkungen, so dass man das ätherische Öl oder Destillate aus den Blättern
besser meidet. Es gibt Fertigprodukte (Teebeutel), bei denen der
Askaridolgehalt vermindert ist.
In der Schwangerschaft und bei Leberleiden soll Boldo nicht angewandt
werden. Bei hohen Dosierungen können in seltenen Fällen Nebenwirkungen
auftreten, z.B Depression oder Halluzination.
Der Boldo ist ein immergrüner Baum oder Strauch von bis zu 6 m Höhe. Er
wächst meist auf trockenen Böden. Seine graugrünen Blätter sind 6 cm lang
und 3 cm breit, kurz gestielt, ledrig, ganzrandig, eiförmig bis elliptisch
und am Rand nach unten gewölbt. Die Unterseite der Blätter ist glatt, jedoch
treten die Nerven stark hervor. Ihre Oberseite zeigt helle Höckerchen. Die
Blätter riechen mitunter nach Pfefferminze oder Kampfer.
Boldoblätter sind außerhalb der Küche
südamerikanischer Ureinwohner so gut wie unbekannt. Sie eignen sich als
ausgezeichneter Ersatz für Indische Lorbeerblätter in nordindische Reis-
oder Schmorgerichten und als Ersatz für die Gewürzmischung
garam masala. Für diese Anwendung ist jedoch zu beachten, dass
Boldoblätter stärker aromatisch sind und die Mengenangaben daher
entsprechend korrigiert werden müssen.